Ultras spenden Blut!

Hallo Rot-Weisse,

wie ihr den vergangenen Wochen sicher mitbekommen habt, haben wir uns als Gruppe viele soziale Projekte zu Herzen genommen um die Bürger und Tiere unserer Stadt während der kalten und einsamen Tage zu unterstützen!

Ein sozial extrem wichtiges, aber oft leider totgeschwiegenes Thema, ist die Blutspende! Gerade in der heutigen Zeit, in der die Menschen aufgrund Ihrer Verunsicherung und Ihren Ängsten nicht zum Blutspenden gehen, ist es unserer aller Pflicht sich zu bekennen!

Um mit gutem Beispiel voran zu gehen haben wir uns in der vergangenen Woche mit einer großen Delegation zum Spenden aufgemacht, um somit in Zeiten der Blutknappheit das Rote Kreuz und alle anderen Institutionen zu unterstützen.

Wir bitten euch also es uns gleich zu tun – Denn erst wer selbst in der Situation ist oder war, weiss um die Wichtigkeit des Blutspendens!

Egal wo, ob bei den bekannten Anlaufstellen der DRK, oder über das Internet. Informiert euch, lasst euch einen Termin geben und rettet Leben!

Wir ALLE für die Stadt & deren Bürger!

Vandalz Ultras!

Einkaufshilfe für Bedürftige!

Mahlzeit Essener,

nach dem überwältigenden Erfolg unserer Elf im DFB Pokal müssen wir uns nun wieder mit anderen Themen befassen, denn nicht nur in guten sondern auch in schweren Zeiten heißt es für einander da zu sein!

Der Kälteeinbruch in den letzten Tagen setzt dem ganzen Land zu und macht das Leben für jeden Bürger dieser Stadt nicht einfacher!

Und so zählt für uns mehr denn je: Taten statt Worte!

Wir bieten allen hilfsbedürftigen Menschen unserer Stadt Hilfe beim Einkauf an.

Ab morgen, 09.02.2021 sind wir mindestens in den kommenden beiden Wochen immer montags – freitags von 17 – 20 Uhr für euch im Einsatz!

Ihr seid selber hilfsbedürftig oder kennt jemanden der unsere Hilfe gut gebrauchen könnte? Dann nehmen wir eure Anrufe und Nachrichten ab sofort gerne entgegen unter folgender Rufnummer:

0157 55 34 52 39

Wir hoffen, den Alltag einiger Menschen etwas einfacher gestalten zu können, also zögert nicht und wählt die Telefonnummer!

Vandalz Ultras – Für Essen!

Danke für Eure Spende!

Mahlzeit Rot-Weisse,

pünktlich vor Weihnachten konnten wir dem Albert-Schweitzer Tierheim Essen einen Besuch abstatten und unseren, mit Futterspenden aller Art prallgefüllten Sprinter leeren. Trotz der widrigen Umstände, die die Corona-Pandemie aktuell für uns mit sich bringt, konnten wir wieder ein überwältigendes Ergebnis erzielen!

Ein großes Dankeschön an jeden einzelnen, der uns in dieser schweren Zeit unterstützt hat und den Mitarbeitern und somit auch den Bewohnern des Tierheims eine große Freude gemacht hat.

Dazu noch ein besonderer Gruß an die Staatsmacht sowie die lokale Ordnungsbehörde, welche uns trotz Beachtung aller Hygiene-Regeln an den Sammeltagen Steine in den Weg legen wollten… hat scheinbar nicht so gut geklappt 😉

Wir wünschen allen Rot-Weissen besinnliche und schöne Festtage, sowie einen guten Start ins Jahr 2021, welches hoffentlich seinen Höhepunkt im Sommer vor einer ausverkauften Hafenstraße finden wird!

Bleibt gesund!

Zweiter Sammelpunkt fürs Tierheim!

Guten Morgen Rot-Weisse,

aufgrund der überwältigenden Resonanz, sowie der Einschränkungen, die die aktuell geltenden Corona-Vorschriften mit sich bringen, werden wir ab heute einen zweiten Sammelpunkt anbieten.

Heute sowie am 18.12. werden wir ebenfalls von 18 – 20 Uhr auf dem Parkplatz P2 an der Hafenstraße eure Spenden entgegennehmen.

Bis später!

Eure Spende fürs Tierheim Essen

Hallo Rot-Weisse,

nachdem unsere letztjährige Spendenaktion ein absoluter Erfolg wurde, haben wir uns lange Gedanken gemacht, wie wir daran anknüpfen können und trotz der beschissenen Corona Situation kurz vor Weihnachten erneut etwas gutes tun können.

Da wir uns leider nicht im Stadion sehen und die Erfolge unseres Teams Arm in Arm feiern können, fällt auch die gewohnte Sammelaktion im Vorfeld eines Heimspiels aus.

Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschlossen, Futterspenden aller Art für das Albert-Schweitzer Tierheim zu sammeln und werden dazu an drei Terminen im Dezember eure Spenden (eine Spendendose für weitere Einkäufe steht auch bereit) entgegennehmen.

Wann: 04.12., 11.12., 18.12. – Jeweils 18:00 – 20:00 Uhr

Wo: Neues Mannitou, Bochumer Landstr. 342

Wir sehen uns!

TV-Gelder fair verteilen!

Im Frühling sahen sich die Fußballvereine der ersten beiden Ligen ob wirtschaftlicher Zwänge in der Not, den Spielbetrieb schnellstmöglich wieder aufzunehmen. Die zügige Erfüllung der Verpflichtungen gegenüber den TV-Sendern wurde als einzige Möglichkeit ins Feld geführt, um einen wirtschaftlichen Kollaps des Systems Profifußball in Deutschland zu verhindern.

Um hierfür während noch unklarer Pandemielage für Verständnis zu werben, zeigten sich Vereine und Verbände selbstkritisch. Es gebe Fehlentwicklungen, man könne nicht so weitermachen, es brauche neue Rahmenbedingungen für den Fußball.

Dann rollte der Ball wieder, die Saison ging zu Ende, die nächste Spielzeit begann. Reformen? Fehlanzeige! Wenigstens ein Grundsatzbeschluss, der den Willen zur Veränderung bekundet? Fehlanzeige!

Stattdessen Schweigen im Walde bei den großen Protagonisten des „Re-Start“.

Nun steht die Entscheidung über die künftige Verteilung der Einnahmen aus der nationalen und internationalen TV-Vermarktung bevor. Hier hören wir nun endlich einige reformwillige Stimmen aus dem Ligaestablishment. Diese Stimmen sind auch verdammt wichtig. Doch noch bleiben die Forderungen hinter den bekannten Erwartungen vieler Fans, wie dem detaillierten Konzept von „Zukunft Profifußball“, zurück. Die Neuverteilung der TV-Gelder ist gleichzeitig ein Test, ob die Worte im Frühjahr die erwartete Nebelkerze oder doch ehrlich gemeint waren. Eine deutlich gleichmäßigere Verteilung der TV-Gelder kann nicht alle Fehlentwicklungen der letzten 30 Jahre rückgängig machen, aber sie ist ein erster Schritt in Richtung substanzieller Veränderungen. Weitere Reformen zur Förderung eines ausgeglicheneren Wettbewerbs, aber auch eines nachhaltigen Wirtschaftens müssen folgen.

Der Ball befindet sich nach wie vor bei den Funktionären der Vereine und Verbände. Wenn der Fußball als gesamtgesellschaftliches Ereignis eine Perspektive haben soll, tun diese gut daran, die Vorschläge aus den Kurven endlich ernst zu nehmen und als Auftrag zu begreifen.

Fanszenen Deutschlands

Alle oder Keiner!

Mahlzeit Rot-Weisse,

obwohl der Verein derzeit daran arbeitet, dass ab dem Beginn der neuen Saison wieder Zuschauer den Heimspielen unseres Clubs beiwohnen können, wird der Fußball ein komplettes anderes Gesicht als vor dem Beginn der Corona-Spielpause haben. Aus diesem Grund werden wir – unabhängig von der Entscheidung über das ausgearbeitete Hygienekonzept – als Szene den Spielen unseres Vereins fernbleiben. Dies wird solange andauern, bis im Stadion wieder ein Normalzustand behördlich erlaubt sein wird. Auf einen konkreten Zeitpunkt können wir uns dementsprechend derzeit nicht festlegen.

Für uns als Ultraszene war es immer elementar verschiedene Dinge zu hinterfragen, Missstände offen zu bemängeln und uns für Fanrechte einzusetzen. So sprechen wir uns bereits seit etlichen Jahren gegen personalisierte Tickets aus. Ab dem Saisonstart wird allerdings für unbestimmte Zeit der Stadionbesuch nur mit eben jenen personalisierten Tickets möglich sein. Auch wenn die Personalisierung von Tickets aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens und den aktuell geltenden Verordnungen wahrscheinlich unumgänglich ist, lehnen wir diese Art von Stadionbesuchen ab. Wir fordern deshalb auch an dieser Stelle bereits ausdrücklich, dass diese Auflage umgehend wieder aufgehoben wird, sobald es nicht mehr aufgrund von Verordnungen und der Infektionslage als notwendig zu betrachten ist Fans namentlich zu registrieren. Der nächste wichtige Grund, der uns in nächster Zeit vom Besuch der Spiele abhält, ist das pauschale Stehplatzverbot. Hierdurch wird uns das genommen, was den Fußball für uns ausmacht: Die Emotionen und die Leidenschaft, welche eben üblicherweise von der Westtribüne ausgehen.

Ein weiterer Punkt, den wir bemängeln ist, dass pauschal keine Gästefans zugelassen werden. Dies hindert uns daran alle zwei Wochen unser Team auch auswärts zu unterstützen. Außerdem fehlt auch bei den Heimspielen gegen die wenigen interessanten Gegner in unserer Liga die Atmosphäre, welche sonst an der Hafenstraße aufkommen würde. Auch der Sinn dieser Regelung ist zu hinterfragen, schließlich herrscht ansonsten ja mittlerweile schon wieder in der ganzen EU-Reisefreiheit. Fans, die ihre Mannschaft auch in fremden Städten unterstützen wollen, dürften da doch eigentlich kein Problem darstellen. Auch hier sehen wir eine bedrohliche Entwicklung, da bereits in den vergangenen Jahren (vorzugsweise bei Risikospielen) die Kontingente für Gästetickets gerne mal gekürzt wurden, wenn dies laut Behörden oder Polizei der Sicherheit dienlich sein sollte.

Nachdem wir nun dargelegt haben, weshalb wir die Begegnungen unseres Clubs in nächster Zeit nicht besuchen werden, ist es nun an der Zeit noch ein paar deutlichere Worte zum Zwecke der Klarstellung zu verlieren. Unsere Kritik richtet sich, wie schon angedeutet, keineswegs gegen die Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung im Allgemeinen, denn uns ist bewusst, dass einige unserer Forderungen de facto nur mit einem Ende der Kontaktbeschränkungen erfüllt werden können und somit wahrscheinlich erst wenn ein Impfstoff gefunden worden ist. Wann dies der Fall sein wird, vermögen wir nicht zu beurteilen. Für uns ist es somit auch eine Frage der Verantwortung, gerade deswegen die Spiele nicht als Szene zu besuchen. Schließlich wollen wir keine Sonderrolle für uns beanspruchen, während wir kritisieren, dass geldgierige Funktionäre genau dies tun und am Ende mitverantwortlich für eine verstärkte  Ausbreitung des Virus sein werden. Unser Fernbleiben richtet sich außerdem nicht im Geringsten gegen unseren Herzensverein Rot-Weiss Essen oder die Mannschaft auf dem Platz. Wir erhoffen uns genauso wie die Menschen, welche trotz der Einschränkungen ins Stadion gehen werden, eine sportlich erfolgreiche Saison, welche idealerweise im Frühsommer 2021 unter Normalbedingungen mit dem langersehnten Drittligaaufstieg endet. Außerdem wollen wir an dieser Stelle auch klar sagen, dass wir volles Verständnis dafür haben, dass der Verein – alleine schon aus finanziellen Gesichtspunkten – alles dafür tut, auch während der noch geltenden Einschränkungen wieder Zuschauer begrüßen zu dürfen. Uns ist vollkommen bewusst, dass in unserer Spielklasse die Zuschauereinnahmen einen signifikanten Teil des Etats ausmachen, weil eben nicht wie im Profifußball TV-Gelder in Millionenhöhe fließen. Wir können es deshalb auch niemandem verübeln, wenn er trotz der Maßnahmen wieder ins Stadion geht. Es bleibt dabei:

ALLE ODER KEINER!

In der Krise beweist sich der Charakter!

Nein, der Fußball befindet sich in keiner Krise – lediglich das Geschäftsmodell derjenigen kommt ins Wanken, die sich daran eine goldene Nase verdienen. Und nicht erst jetzt, aber aktuell mit voller Wucht, bekommt der Profifußball den Spiegel vor die Nase gesetzt, mit welcher Missgunst ein großer Teil der Bevölkerung auf den Profifußball blickt. Wir nehmen wahr, dass sich das Produkt Fußball eine Parallelwelt erschaffen hat, welche viele Fußballfans mit ausufernden Transfer- und Gehaltssummen, einer unersättlich wirkenden Gier nach Profit, Korruption bei Verbänden sowie dubiosen und intransparenten Beraterstrukturen (2017/18 ca. 200 Mio. €) in Verbindung setzen.


Wiederaufnahme des Spielbetriebs

Wir mögen aktuell nicht beurteilen und abschätzen können, wann ein vertretbarer Zeitpunkt gewesen wäre, den Ball wieder rollen zu lassen. Wir bewerten jedoch das Verhalten der Vertreter des Profifußballs als anstands- und respektlos, sich in der aktuellen Krisensituation derart aggressiv in den Vordergrund zu drängen. Der Gedanke, dass sich mit genügend Geld und ausreichender Lobbyarbeit Sonderwege bestreiten lassen, lässt sich leider nicht von der Hand weisen. Ein Vorpreschen bei der Inanspruchnahme routinemäßiger Screenings erachten wir als anmaßend, würden uns doch dutzende andere Institutionen einfallen, bei denen verdachtsunabhängige Testungen mehr Sinn ergeben würden. Übel stößt hierbei nicht die generelle Inanspruchnahme von Testkapazitäten auf, sondern weil sich der Profifußball eine soziale Relevanz anmaßt und eine Sonderbehandlung bewirkt, die in keinem Verhältnis zur aktuellen gesellschaftlichen Rangordnung steht. 

Wir hätten vielmehr eine Vorgehensweise erwartet, welche der sozialen Verantwortung und der Vorbildfunktion des Fußballs gerecht wird. 

Veränderungen

„Es steht außer Frage, dass künftig Nachhaltigkeit, Stabilität und Bodenständigkeit zu den entscheidenden Werten gehören müssen“. Zwar zeugt die von der DFL getätigte Aussage durchaus von Selbstkritik, zeigt jedoch gleichzeitig auch, nach welchem Maßstab bisher Entscheidungen getroffen wurden und in welchem Ausmaß man von wirtschaftlichen Interessen getrieben wurde. 

Es ist jetzt, und nicht erst nach überstandener Krise, an der Zeit, über konkrete Veränderungen im Profifußball zu debattieren und Entscheidungen zu treffen:

1.       Wettbewerbsfördernde, ligaübergreifende Verteilung der Fernsehgelder

Der aktuelle Verteilungsschlüssel sorgt dafür, dass die Schere zwischen finanziell starken und schwachen Vereinen immer weiter auseinandergeht. Eine gerechtere Verteilung fördert den sportlichen Wettbewerb und steigert die Attraktivität der Ligen.

2.       Rücklagen

Es muss festgelegt werden, dass die Clubs Rücklagen bilden, um zumindest kurzfristige Krisen jeder Art überstehen zu können, ohne direkt vor der Insolvenz zu stehen. Hierbei muss vor allem Rücksicht auf die e.V.-Strukturen genommen und dafür adäquate Lösungen gefunden werden, ohne diese – ebenso wie 50+1, in Frage zu stellen. Schließlich ist der Verkauf von Substanz zur Rettung der Liquidität genau die Denkweise, die zur jetzigen Krise geführt hat. Daher ist der Umstand, dass die 50+1 Regel zum Teil in Frage gestellt wird, aus unserer Sicht vollkommen unverständlich.

3.       Gehalts- und Transferobergrenzen 

Spielern und Funktionären seien weiterhin wirtschaftliche Privilegien vergönnt. Analog zu Transfersummen sollten jedoch auch diese gedeckelt werden, um aktuelle Auswüchse zu stoppen und dem irrationalen und unverhältnismäßigen Wettbieten entgegenzuwirken.

4.       Einfluss durch Berater beschränken

Rund um die Spieler hat sich ein Netzwerk an Profiteuren gebildet, welches für den Sport in keiner Weise produktiv ist. Dieses muss aufgedeckt, reglementiert und eingeschränkt werden.

Wenn man sich auf der Mitgliederversammlung des eigenen Vereins erklären lässt, wie gering der Bruchteil der teils horrenden Ablösesummen ist, der dem eigenen Verein tatsächlich zu Gute kommt, wird schnell sichtbar, dass an diesem System des modernen Menschenhandels einiges nicht stimmen kann.

Zu hoch sind die Beträge, die bei den Transfererlösen bei den Spielerberatern hängen bleiben, deren Handeln im Interesse ihrer Schützlinge oft durchaus angezweifelt werden darf. Hier ist leider zu vermuten, dass oft der Blick auf den eigenen Gewinn, das „Kasse machen“, im Vordergrund steht und Spieler die Clubs öfter wechseln, als das ihrer eigenen sportlichen Entwicklung zuträglich wäre.

Richtig problematisch wird es dann, wenn sich unter den großen Beratungsbüros kartellartige Strukturen bilden, die mit Absprachen unter der Hand die Transferzahlungen in die Höhe treiben. Der freie Markt aus Angebot und Nachfrage ist dann nachhaltig gestört und es entsteht eine Preisspirale, an der der Profifußball kein Interesse haben kann.

Ebenso muss den verschiedenen Investmentfirmen, welche sich an den Rechten der Spielertransfers beteiligen, ein Riegel vorgeschoben werden. Es darf nicht sein, dass sich Privatpersonen unter dem Deckmantel dieser Firmen die eigenen Taschen füllen und die Verbände die Augen verschließen!

Natürlich ist es in Ordnung und Teil des Wettbewerbes Fußball, wenn gute Spieler gute Gehälter erzielen und entsprechende Transfersummen kosten. Spieler sind (leider) auch eine Handelsware. Die Abartigkeiten, die hier aber in den letzten Jahren gewachsen sind, sind nicht Ausdruck eines gesunden Wettbewerbs.

5.       Kader begrenzen

Durch aufgeblähte Spielerkader lagern die Vereine „Kapital“ auf Ihren Auswechselbänken. Manch ein Verein verpflichtet Spieler nur, damit diese nicht für die Konkurrenz auflaufen können und lässt sie dann auf der Bank oder Tribüne versauen. Vereine, die es sich leisten können, blähen ihre Kader künstlich auf. Dem Motto folgend „was ich habe hat schon mal kein anderer“. Das ist natürlich eine Strategie, gegen die Konkurrenten zu arbeiten. Ob sie sportlich ist, steht auf einem anderen Blatt.

Eine Begrenzung der Anzahl an Spielerleihen ist bereits geplant. Dies gilt es, auf die Reduzierung der Profikader auszuweiten Ein beliebiges Aufstocken mit Nachwuchskräften sollte dennoch jederzeit möglich sein, denn würde es rein um die Absicherung gegen Ausfälle gehen, spricht absolut nichts dagegen, Nachwuchsspieler aus den eigenen Reihen hochzuziehen. In diesem Fall zeugt ein großer Kader mit eigenen jungen Spielern von einer nachhaltigen und guten Nachwuchsarbeit. Dies gilt es in Zukunft vermehrt zu fördern.

Ein „Zusammenkauf“ von Profispielern „auf Halde“ ist grundsätzlich abzulehnen. Das wird nicht zuletzt den Spielern nicht gerecht, deren Entwicklung dadurch nachhaltig gestört wird.

Wir werden genauestens verfolgen, ob auf die eigenen Worten der Verbandsvertreter und von Funktionären, den Fußball ändern zu wollen, auch Taten folgen. Schluss mit Ausreden und Heraufbeschwören von Unmachbarkeitsszenarien. Wir erwarten eine lösungs- und keine problemorientierte Herangehensweise mit transparenten Arbeitsschritten.

Fanszenen Deutschlands im Mai 2020

Quarantäne für den Fußball – Geisterspiele sind keine Lösung!

Die Frage, wann und in welcher Form wieder Profifußball gespielt werden darf, wurde in den vergangenen Tagen und Wochen viel diskutiert. In der nach wie vor teils unübersichtlichen gesellschaftlichen Situation wurden von verschiedenen Akteuren eine Vielzahl ethischer, epidemiologischer und anderer Argumente ins Feld geführt. Im Folgenden möchten wir uns, als bundesweiter Zusammenschluss der Fanszenen und mit Blick auf die DFL-Vollversammlung, zu dem Thema äußern:

Die Wiederaufnahme des Fußballs, auch in Form von Geisterspielen, ist in der aktuellen Situation nicht vertretbar – schon gar nicht unter dem Deckmantel der gesellschaftlichen Verantwortung. Eine baldige Fortsetzung der Saison wäre blanker Hohn gegenüber dem Rest der Gesellschaft und insbesondere all denjenigen, die sich in der Corona-Krise wirklich gesellschaftsdienlich engagieren.Der Profifußball ist längst krank genug und gehört weiterhin in Quarantäne. 

Wir vertreten die klare Position, dass es keine Lex Bundesliga geben darf. Fußball hat in Deutschland eine herausgehobene Bedeutung, systemrelevant ist er jedoch ganz sicher nicht. Beschränkungen, die für vergleichbare Bereiche der Sport- und Unterhaltungsindustrie gelten, müssen auch im Fußball Anwendung finden. In einer Zeit, in der wir alle sehr massive Einschränkungen unserer Grundrechte im Sinne des Gemeinwohls hinnehmen, ist an einen Spielbetrieb der Bundesligen nicht zu denken. Wenn seit Wochen über einen Mangel an Kapazitäten bei CoVid-19-Tests berichtet wird, ist die Idee, Fußballspieler in einer extrem hohen Taktung auf das Virus zu untersuchen, schlicht absurd. Ganz zu schweigen von der Praxis eines Fußballspiels mit Zweikämpfen, eines normalen Trainingsbetriebes in Zeiten von Versammlungsverboten und eines gemeinsamen Verfolgens potenzieller Geisterspiele durch Fans.

Die Rede von gesellschaftlicher Verantwortung und Pläne für exklusive Testkontingente (über 20.000 Stück) für den Profifußball passen nicht zusammen. Wir verstehen, dass Vereinsfunktionäre durchaus rechtliche Verpflichtungen haben, im Sinne des finanziellen Wohls ihres Vereins zu handeln. In einer Situation jedoch, in der die gesamte Gesellschaft und Wirtschaft vor enormen Herausforderungen stehen, ist es für uns nicht nachvollziehbar, dass offenbar sämtliche Bedenken hintenangestellt werden, wenn es darum geht, den Spielbetrieb möglichst lange aufrechtzuerhalten, bzw. erneut zu starten.

Ganz offensichtlich hat der Profifußball viel tieferliegende Probleme. Ein System, in das in den letzten Jahren Geldsummen jenseits der Vorstellungskraft vieler Menschen geflossen sind, steht innerhalb eines Monats vor dem Kollaps. Der Erhalt der Strukturen ist vollkommen vom Fluss der Fernsehgelder abhängig, die Vereine existieren nur noch in totaler Abhängigkeit von den Rechteinhabern. 

Die Frage, weshalb es trotz aller Millionen keinerlei Nachhaltigkeit im Profifußball zu geben scheint, wie die Strukturen und Vereine in Zukunft robuster und krisensicherer gemacht werden können, wurde zumindest öffentlich noch von keinem Funktionär gestellt. Das einzig kommunizierte Ziel ist ein möglichst schnelles ,,Weiter so!‘‘, das jedoch lediglich einer überschaubaren Zahl an Beteiligten weiterhin überragende Einkünfte garantiert. Das Gerede von zigtausenden Jobs halten wir schlicht in den meisten Fällen für einen Vorwand, weiterhin exorbitante Millioneneinkünfte für wenige extreme Profiteure zu sichern. Dies zeigt sich auch in der absoluten Untätigkeit des DFB, im Hinblick auf den Fußball unterhalb der 2. Bundesliga. Dass Geisterspiele hier viel stärkere Folgen hätten, als in den Ligen der DFL, wird ausgeblendet. Hauptsache das „Premiumprodukt“ kann weiterexistieren. Hier wird der DFB seiner Rolle nicht nur nicht gerecht, er zeigt auch wiederholt, wessen Interessen er vertritt.

Seit Jahren fordern Fans Reformen für eine gerechtere Verteilung der TV-Einnahmen und kritisieren die mangelnde Solidarität zwischen großen und kleinen Vereinen. Wir weisen auf Finanzexzesse, mangelnde Rücklagenbildung und die teils erpresserische Rolle von Spielerberatern hin. Die Gefahr der Abhängigkeit von einzelnen großen Geldgebern haben wir anhand von Beispielen wie 1860 München, Carl Zeiss Jena und anderen immer wieder aufgezeigt.

Spätestens jetzt ist es aller höchste Zeit, dass sich Fußballfunktionäre ernsthaft mit diesen Punkten auseinandersetzen. Die jetzige Herausforderung ist auch eine Chance: Die Verbände sollten diese Krise als solche begreifen und die Strukturen des modernen Fußballs grundlegend verändern. Es ist höchste Zeit!

In diesem Zusammenhang fordern wir:

  • Der aktuelle Plan der DFL, den Spielbetrieb im Mai in Form von Geisterspielen wieder aufzunehmen, darf nicht umgesetzt werden. Wir maßen uns nicht an, zu entscheiden, ab wann der Ball wieder rollen darf. In einer Situation, in der sich der Fußball auf diese Weise so dermaßen vom Rest der Gesellschaft entkoppeln würde, darf es jedoch nicht passieren. 
  • Eine sachliche Auseinandersetzung mit der aktuellen Lage muss forciert und eine Abkehr vom blinden Retten der TV-Gelder vollzogen werden. Auch ein möglicher Abbruch der Saison darf kein Tabu sein, wenn die gesellschaftlichen Umstände es nicht anders zulassen. In diesem Fall sollten nicht nur Horrorszenarien in Form von drohenden Insolvenzen skizziert werden, sondern Lösungsmöglichkeiten in Form von Förderdarlehen, erweiterten Insolvenzfristen und anderen Kriseninstrumenten, denen sich auch die restliche Wirtschaft stellt, diskutiert werden. 
  • Eine kommende Lösung muss maximal solidarisch sein. Es darf unter den Vereinen keine Krisengewinner – und verlierer geben. Die Schere zwischen ,,groß‘‘ und ,,klein‘‘ darf nicht noch weiter auseinandergehen. Ausdrücklich schließen wir damit auch die Vereine der dritten Liga und der Regionalligen mit ein, für die Geisterspiele ohnehin keine Option sind.
  • Die Diskussion über grundlegende Reformen, um den Profifußball nachhaltiger und wirtschaftlich krisensicherer zu gestalten, muss jetzt beginnen. Sie darf nicht nur von Fans und Journalisten geführt werden, sondern ist die zentrale Aufgabe der Verantwortlichen der Clubs und Verbände. Strukturen und Vereine müssen auf einen finanziell und ideell sicheren Boden zurückgeholt werden. Dabei muss die 50+1-Regel weiterhin unberührt bleiben. 

Die Phase einer von der restlichen Gesellschaft komplett entkoppelten Fußballwelt muss ein Ende haben!

 
Fanszenen Deutschlands im April 2020

Danke an alle Helfer!

Das sich derzeit stark ausbreitende Coronavirus hat den Fußballbetrieb bereits seit knapp drei Woch lahmgelegt, sodass wir unserer Leidenschaft, den Verein zu unterstützen, zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht nachkommen können. Dennoch möchten wir uns in dieser für alle außergewöhnlichen und schwierigen Zeit zu Wort melden. Zunächst einmal möchten wir uns bei den Menschen bedanken, die auch in dieser Krise weiterhin ihrer Arbeit nachgehen, um die elementaren Bereiche unserer Gesellschaft vor dem Kollaps zu bewahren. Dies gilt in erster Linie für Pflegekräfte, Ärzte, Angestellte von Supermärkten und Apotheken sowie anderen essentiellen Geschäften, Virologen und Mitarbeiter von Gesundheitsämtern. 

All diesen Menschen möchten wir hiermit ein dickes Dankeschön sowie unsere Solidarität aussprechen. Was ihr gerade leistet, ist aller Ehren wert und muss deshalb ausdrücklich hervorgehoben werden. Allen anderen Mitbürgern wünschen wir, dass sie gesund bleiben und mit den finanziellen und sozialen Folgen durch die Pandemie möglichst gut umgehen können.

An dieser Stelle möchten wir auch noch einmal darauf hinweisen, wie wichtig es ist, sich an die derzeitigen Regelungen zu halten, auch wenn sie teilweise enorme Einschnitte bedeuten. Hierbei geht es insbesondere darum, die älteren sowie vorerkrankten Menschen vor einer Infizierung zu schützen. Außerdem besteht nur mit einer zügigen Eindämmung der Pandemie die Chance, dass wir zeitnah wieder ein uneingeschränktes Leben – wie es bis vor Kurzem noch Gewohnheit war – genießen können. Wir appellieren deswegen an alle, im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu einem positiven Verlauf dieser Krise beizutragen!

Wir sehen uns (hoffentlich bald) wieder im Stadion!